Eine Fotoausstellung zu einem dunklen Kapitel Deutscher Nachkriegsgeschichte
Ausstellungsdauer vom 12. Oktober bis 29. November 2026
während der Öffnungszeiten der Ev. Stadtkirche Offenbach
Montag bis Freitag von 12:00 bis 18:00 Uhr (Winter bis 16:00 Uhr),
Samstag von 11:00 bis 13:00 Uhr.
Führung durch die Ausstellung mit Jo Wilhelm Arts
Dienstag, 27. Oktober 2026, 14:30 Uhr
Um Anmeldung wird gebeten bis 20. Oktober 2026 unter Tel. 069 92105-6678 oder per E-Mail an erwachsenenbildung@frankfurt-evangelisch.de
Zwischen 10 und 12 Millionen Kinder wurden in Deutschland zwischen 1950 und 1990 auf Anweisung von Ärzten zur “Erholung” in sogenannte Kinderkurheime verschickt. Sehr viele der Kinder, meist zwischen 3 und 12 Jahre alt und zum ersten Mal von den Eltern getrennt, erlebten dort allein und fern von zu Hause in 6-wöchigen Aufenthalten vor allem physische und psychische Gewalt - für viele ein Leben lang prägend.
Das Geflecht aus wirtschaftlichen Interessen der beteiligten Ärzte, der rund 2000 Kurheime mit ihrer meist “Schwarzen Pädagogik” und der finanzierenden Krankenkassen und Verbände, wurde bis heute nicht aufgearbeitet. Ein dunkles, bedrückendes und weithin unbekanntes Kapital der deutschen Gesellschaft in der Nachkriegszeit, das der Fotograf und Fotokünstler Jo Wilhelm Arts mit seinem Kunst-Projekt #verschickt aufzuhellen versucht.
Jo Wilhelm Arts war selbst ein Verschickungskind. Seit vielen Jahren erstellt er einfühlsame und gleichermaßen berührende Portraits von den ehemals Verschickten. Das damals erlittene Leid ist dabei in deren Augen noch immer deutlich erkennbar. Sein Projekt ist ein Dauerläufer - es kommen immer wieder neue Portraits und Texte hinzu. Die Fotos wurden bereits in mehreren deutschen Städten gezeigt.